Dienstag, Mai 15, 2007

Blog event XXIII - Antipasti, Tapas, Mezze

Die blog-events im Kochtopf werden doch tatsächlich bereits 2 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, zu der Idee, für all' die hervorragenden Rezepte, für die Brücken, die damit geschlagen wurden, für die herrlichen Themen und an alle, die sich bisher jemals daran beteiligt haben. Es ist sicher kein leichtes Unterfangen so einen Event in seinem Blog zu beherbergen. Im Kochtopf wird an den Gerichten aber gemeinschaftlich (1 x um-)gerührt und so verteilt sich das ein wenig. Dieses Mal geht es mit dem Thema


um meine liebsten Kleinigkeiten. Fingerfood, Löffelgerichte, Antipasti, appetizer, hors d'ouevre, Mezze, Tapas, Amuse Gueule, Mezedes, Amuse Bouche, Appetithäppchen, Mignardise und wie sie auch immer heißen mögen. Kleine "Goschverseckerle" würde man in schwäbisch sagen und das kommt an den Ausdruck Amuse Gueule mit der üblichen schwäbischen Zynik schon ziemlich genau hin. In bayrisch passt da wohl der Ausdruck Schmanckerl dazu. Etwas "üppiger" können die Sachen als Suntini/snacks/Vor-/Zwischenspeisen und so auch ausfallen, in Form von Tramezzini zum Beispiel. Oder man serviert eigentlich größere Gerichte wie Suppen als shots. Und die kleinen thailändischen Knabberreien im Pfeffer- oder Betelnussblatt, Miang Kham sind quasi auch eine Unterart des Themas. Und auf chinesische wären das Dim Sum. Kueh heißen solche "Kleinigkeiten" auf malay und indonesisch, dort bezieht sich das aber eher auf süße Sachen.
Ich jedenfalls liebe das, ich habe damit meinen letzten runden Geburtstag "ausgestattet" und ich finde es herrlich von allem kleine "Probierhappen" zu verköstigen, wenn man dabei jedoch meist auch viel mehr isst als man es bei normalen Portionen täte. Die Miniaturspeisen lassen sich so schlecht als verspeiste Menge erfassen. Und man will ja schließlich von jedem etwas probieren. Die kleinen "Häppchen" sind ideal für ein Buffet und man kann sie selbst ohne Teller mit einer kleinen Cocktailserviette durch die Gegend tragen während man 'mal hier 'mal da "snackt". Oder sie lassen sich bei kleineren Runden so herrlich, für jeden errreichbar auf dem Tisch verteilen. Jedenfalls setzte ich so etwas am liebsten vor wenn wir Gäste haben, auch oder besser gerade wenn es viele sind. Die meisten meinen dann ich solle doch eine Tapasbar oder einen Cateringservice aufmachen. Ja klar, dann müsste mein Tag aber deutlich mehr als 24 Stunden haben. Und mit meinem Haushalt und den darin lebenden Personen käme ich dann sicher nicht mehr alleine klar. Immerhin, habe ich aber kleine Schalen, gebogene Löffelchen, Etageren und so weiter en masse im Schrank und das Meiste ist jeweils für 14 Personen ausreichend .
Eine lustige Idee hatte, vor einiger Zeit, Stephanie von Dispensing happiness als sie dazu aufgerufen hat comfort food im Partystyle aufzutischen. Und Zucchini, Paprika und Auberginen als/für Antipasti, Pizza und Salat lege ich öfters ein. Ich habe schon so viele Sachen gemacht. Ich musste mir reiflich überlegen, ob ich etwas aus meinem Lieblingsrepertoire mache oder ein gänzlich neues Häppchen ausprobiere.
Eigentlich habe ich ja nichts anti/gegen Pasta aber davor kann man ja ruhig etwas anderes essen.

Antipasti sind für mich immer eine ganze Palette verschiedener Häppchen [klar sonst wäre hier ja auch von Antipasto die Rede;-)] und darum gibt es natürlich mehrere Sachen. Für den Event selbst habe ich aber endlich einmal etwas gemacht, von dem mir meine Mutter schon vorgeschwärmt hat und das sich Alessa wünschte. Davon einmal ganz abgesehen stand das schon seit Ewigkeiten auf meiner To-Do-Liste. Irgendwie bin ich aber nie so richtig dazu gekommen. Nun endlich ist es soweit und ich mache:

Frittierte Safran-Risottokugeln gefüllt mit mozzarella di bufala

































Im Grunde genommen sind sie ganz einfach. Man kocht einen Risotto mit Safran ohne sonstige Zusätze wie Pilze und dergleichen. Das kann man prima bereits tags zuvor machen und eventuell auch schon die Kugeln formen. Panieren und ausbacken würde ich sie dann erst vor dem Servieren.
Die Bällchen könnten wir uns sehr gut in einem Salat vorstellen und anstelle des Mozzarellas lässt sich sicherlich noch mit anderem Käse füllen. Wer Lust hat macht dazu aber auch einfach nur eine Tomatensalsa, quasi dasselbe wie der Tomatenbelag einer Bruscetta. Pesto passt bestimmt auch, vielleicht probiert jemand dazu meines mit Kresse und Walnüssen aus, das habe ich ohne Käse (Pecorino hätte ich in eigentlich nehmen wollen) gemacht.
Ich habe die Reisbällchen einfach auf gewaschenen und abgetrockneten Lorbeerzweigen serviert und ein paar Minitomaten dazu gelegt. Denn ich habe ja noch eine ganze Palette an anderen Sachen, die ich morgen verbloggen werde. Die marinierten Zucchini, Paprika und Auberginen stehen ja bereist in meinem blog und die Brotstecken aus dem No-knead-bread-Teig und die im Marsalateig frittierten Salbeiblätter folgen noch. Ansonsten gab es dann nur noch gekauften Parmaschinken, Sopresata mit Kräuteroliven und halbgetrocknete Tomaten.


Zutaten für ca. 15 Bällchen:






1Schalotte, geschält und fein gehackt
1kleine Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
½ EßlButter
100 gRisottoreis (ich habe Öko-Arborio genommen)
½ TeelSafranfäden
400 mlGeflügel-, Kalbs- oder Gemüsefond, erhitzt (Ich habe den Gemüsefond genommen, den ich erst vor kurzem gemacht habe. Man kann aber auch ca. 30 ml mit Weißwein ersetzen und diesen zuerst auf den angeschmelzten Reis geben.)
25 gParmesan, frisch gerieben (anstelle von Parmigiano Reggiano könnte man aber auch Grano Padano verwenden)
1 EßlButter
Salz
schwarze Pfefferkörner, frisch gemahlen
90 gBüffelmozzarella (nicht dieses kautschugige Gummizeugs aus Kuhmilch, das nach nichts schmeckt und wenn dann nur guten und möglichst geräucherten)
1Ei, verschlagen
1½ ElMehl
30 gWeißbrot/Toastbrot, getoasted und fein zerrieben, alternativ Panko
½ lFrittieröl
optional:
2Lorbeerzweige
Tomaten, Salsa, Pesto oder einen Dip nach Belieben.


Zubereitung:






In einem Topf Schalotten und Knoblauch in der Butter glasig dünsten. Reis und Safran zugeben, mit einem Holzlöffel rühren und sobald der Reis glasig wird etwas heiße Brühe zugeben und unter Rühren einkochen lassen. Wiederum heiße Brühe zugeben, rühren, einkochen lassen. Und so weiter, bis die Brühe vollständig eingezogen ist. Dann vom Herd ziehen und mit kräftigem Schlagen Parmesan und Butter zugeben. Abschmecken und abkühlen lassen.
Den Mozzarella in ca. 1 cm- Würfel schneiden und mit feuchten Händen aus dem Risotto walnussgroße Kugeln formen wobei man die Käsewürfel in deren Mitte einarbeiten sollte. Die Kugeln erst in Mehl, dann in Ei und zuletzt in den Brotkrümeln wenden.
Fett in einer tiefen Pfanne hoch erhitzen. Die panierten Bällchen darin schwimmend von allen Seiten goldbraun ausbacken und entweder auf einem Küchenpapier, besser aber speziellem Tempurapapier abtropfen lassen.


Den restlichen Mozzarella habe ich übrigens leicht gesalzen und ebenfalls paniert und ganz kurz hellbraun frittiert. Hier wären allerdings auch ein paar gehackte Kräuter in der Panade klasse gewesen. Dazu passten im Übrigen wiederum halbgetrocknete Tomatenstücke.


Alora buon appetito, la pasta mangiamo un'altra volta.

4 Comments:

At 15 Mai, 2007 20:11, Anonymous Petra said...

Eine ganz feine Idee! Habe ich vor Urzeiten mal als Kroketten gemacht aus einem Kochbuch, in dem die fertigen Produkte "Suppli al Telefono" genannt wurden, weil der Fäden ziehende Käse Telefondrähten ähneln sollte. Der Name dürfte in schnurlosen Zeiten bald in Vergessenheit geraten ;-)

Danke für's Mitmachen!

 
At 15 Mai, 2007 21:28, Blogger Brigitte said...

Na ja, aber die kleinen Speisen sind ja doch auch ganz handy ;-)

 
At 29 Mai, 2007 13:13, Anonymous lamiacucina said...

Ganz tolles Rezept und wunderschön fotografiert. Ist beim Blog-event von mir leider übersehen worden.

 
At 30 Mai, 2007 01:54, Blogger Brigitte said...

Mille grazie, Robert(o)!

 

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