Freitag, April 13, 2007

Blog-Event XXII - fou de chocolat

Astrid aus dem Kochtopf gibt diesesmal das Thema "Verrückt nach Schokolade" vor.

Also ich meine, das ist ja nun wirklich etwas für mich. Denn, wie offensichtlich faste alle Menschen ;-), bin ich ja geradezu schokosüchtig, wobei ich natürlich auch andere Süßigkeiten nicht verschmähe. Meine waistline bleibt sowieso immer die gleiche (*auf Holz geklopft). Der konnten bisher 3 Kinder nichts anhaben und auch nicht all die leckeren Sachen, die ich so esse. Probleme habe ich damit also trotz "Sport-Phobie" gottseidank keine. Höchstens, wenn ich "Heißhunger" habe und es ist NIX da. Aber das ist erfreulicherweise sehr selten der Fall, weshalb sich mein Männi auch immer darüber beschwert, dass einer unserer beiden Kühlschränke (doch, das braucht man in den Tropen) immer halbvoll mit Süßem ist - also so was *grins. Bei den verschiedenen Konfisserieläden in Singapur bin ich teilweise schon bekannt (wie peinlich) und neulich hat der Verkäufer an einem Pralinenstand heftig in sich hineingegrins nachdem ich quasi gleich alle gekauften Pralinen "vernascht" habe. Bei Bakerzin bekomme ich "meine" Schokotörtchen beinahe schon serviert, wenn sie mich nur in deren Richtung laufen sehen. Im PS Café im Paragon fragen die Bedienungen mich bereits ob ich krank bin, wenn ich keinen berry-cheesecake-brownie-Kuchen ordere und...naja...Suchtverhalten eben.
Oft wird bei mir auch Süßes hergestellt, was man an meinem Rezepteüberblick unschwer erkennen kann und regelmäßig ist darunter auch etwas mit Schokolade, besser gesagt Kuvertüre. Und noch besser gesagt einer sehr guten Marken-Kuvertüre. Es gibt schon beachtliche Unterschiede bei den chocolates.
Bücher über Schokolade, Desserts und Kuchen habe ich natürlich auch jede Menge.

Eigentlich wäre der event endlich einmal die Gelegenheit eine Schokoladensauce zu machen. Sie würde bestimmt sehr gut zu der Entenbrust passen, die ich gestern gekauft habe. Vor ein paar Wochen habe ich aber ein so lecker klingendes Rezept für einen Kuchen gefunden, das ich mit der ebenfalls gestern extra gekauften neuen Bundform, nachbacken möchte. Eine neue Form musste ich aber ohnehin kaufen, denn hier rostet einfach alles (auch Edelstahl minderer Güte). Meine Backformen und -bleche muss ich regelmäßig entsorgen und neu kaufen. Der vor 2 Tagen aus Deutschland mitgebrachten Osterhasen-Ausstecher, der laut Verkäuferin nicht rostet und recht teuer war hat bereits jede Menge rusty spots. Und von den Holzsachen, wie Schneidbrettern, Teigrollen, Rührlöffeln und so möchte ich gar nicht erst schreiben. Die setzten zwar keinen Rost an sondern etwas viel unappetitlicheres und sicher auch nicht gerade gesundes, müssen aber auch immer wieder "erneuert" werden. Manchmal wünsche ich mir ich wäre einfach genauso "faul" wie die anderen Expadfrauen
hier und würde mir mit meiner dann nicht getanen "Arbeit" weitere/n Arbeit, Ärger, Aufwand ersparen.
Okay, den Satz streiche ich, weil soweit wird es nie kommen. Ich käme mir dann sicherlich unnütz vor und wäre unzufrieden. Auf jeden Fall entspricht diese Art von Müsiggang nicht meiner Natur. Habe ich hier doch eigentlich weniger zu tun als in Deutschland:
    Keinen Garten; Weniger Pflanzen; Ich nähe kaum noch etwas; Stricken fällt völlig aus; Keine Kehrwoche; Kein Schneeschippen; Kein Laubharken; Kein Gemüse und Obst anbauen; Keine öffentlichen und ehrenamtlichen Ämter; ...
    Ich muss allerdings zugeben, dass hier alles aufwändiger ist: Es ist staubiger; Geckos hinterlassen überall ihre Fäkalien; Alles ist weiter entfernt - Besorgungen betreffend; Es ist anstrengender - Hitze und Luftfeuchtigkeit betreffend; Man muss ständig waschen und bügeln - weil alles immer verschwitzt ist; Es ist umständlicher, da man ständig alles ver- und wegpacken muss, damit es nicht aufweicht, schmilzt und sich nicht sämtliche Ameisen, Kakerlacken und Termiten daran erfreuen; Dafür hat man dann allerdings kaum Platz dafür, denn es gibt hier nirgends Kellerräume, Dachböden, Bühnen oder geschlossene Garagen; Und man muss viel, viel, viel sorgfältiger sein, sonst rostet und schimmelt einem alles weg.
Eigentlich wollte ich ja aber mein Rezept für den blogevent vorstellen:

Ich werde einen Marmorkuchen für den Event backen - mit Schokolade. Das Rezept dafür stammt aus der März 2007 Ausgabe des australischen food magazines delicious., eine meiner Lieblingszeitschriften.

White & dark chocolate jaffa swirl cake with orange syrup
Schwarz-weiß-Schokoladen-Orangen-Marmorkuchen mit Orangensirup

























Zutaten
für den Kuchen:


55 gweiße Kuvertüre, alternativ gute Schokolade, fein gehackt
55 gdunkle Kuvertüre, alternativ gute Schokolade, fein gehackt
40 gButter, ungesalzen, gehackt, mit Raumtemperatur
3 TeelOrangenzesten (organische Jaffa-Orangen gab es nicht, ich habe Valensina bekommen)
250 gButter, ungesalzen, gehackt, mit Raumtemperatur
375 gWeizenmehl, ich nehme ungebleichtes, organisches, steingemahlenes
1 TeelBackpulver
¾ TeelNatronpulver
4Eier
440 gHaushaltszucker (das war mir eindeutig zuviel ich habe "nur" 400 g genommen)
250 mlButtermilch
1½ TlVanilleextract (Ich habe stattdessen 4 Esslöffel von meinem Vanillezucker zu den Trockenzutaten gegeben)


Zubereitung des Kuchens:

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
Eine Bundform einfetten und mit Mehl bestäuben.




Die weiße und die dunkle Schokolade jeweils mit 20 g Butter schmelzen (in der Micro, über dem Wasserbad oder vorsichtig in einem dickbodigen Topf.
Gut verrühren, dabei der weiße Masse die Orangenzesten zugeben. Beide Schokomassen abkühlen lassen.




Mehl, Backpulver, Natron und ½ Teelöffel Salz (hier kam mein Vanillezucker hinzu) gut vermengen.
Eier mit Zucker schaumig schlagen. Die 250 g Butter zugeben und weiter schlagen. Buttermilch und Vanilleextrakt (habe ich nicht verwendet) kurz einrühren und die Mehlmischung nur leicht unterheben, so, wie man es für Muffins macht.
Den Teig in zwei Hälften teilen und jeweils die helle und die dunkle geschmolzenen Schokolade vorsichtig unterheben.
Die Hälfte der hellen Masse in die Backform füllen, darauf die Hälfte der dunklen Masse verteilen. Dann wieder helle bzw dunkle Masse auffüllen. Mit einer schmalen Messerspitze gerade durch die Mitte der eingefüllten Teigmassen fahren.
55 Minuten backen und mit einem Schaschlikspieß (dazu habe ich einen Tester, denn
Holzstäbchen würden schimmeln) testen ob der Kuchen durchgebacken ist.


In der Bundform 10 Minuten auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Kuchen von der Form lösen und vorsichtig auf das Kuchengitter stürzen. Auskühlen lassen.





Eine Ganache/Trüffelcreme mache ich normalerweiße mit Sahne, diese hier ist mit Butter.


Zutaten für die Glasur:


250 gdunkle Kuvertüre, alternativ gute Schokolade, in kleine Stücke gewürfelt
125 gButter, ungesalzen, in kleine Stücke gewürfelt
50 mlWasser



Zubereitung der Glasur:

Die Zutaten über einem Wasserbad zusammen schmelzen und verrühren.

Etwas erkalten lassen, bevor man den Kuchen damit übergießt.


Ich habe auf die Glasur noch
1 EßlOrangenzesten
gestreut. Und 3/4 der Schokoglasur hätten vollauf genügt.



Ausserdem dachte ich mir, wenn die Jaffa-Orangen bereits im Kuchennamen erwähnt werden, sollten sie eine größere Rolle spielen und ich habe einen Orangensirup als Sauce gekocht:


Zutaten für den Sirup:


350 mlfrisch gepressten Orangensaft, passiert (durch einen feinen Sieb oder besser ein Passiertuch)
3 EßlOrangenblütenhonig


Zubereitung des Sirups:


Die Zutaten in einem Topf mit dickem Boden zusammen erhitzen und unter gelegentlichem Rühren ca. 10 Minuten reduzieren lassen, bis die Flüssigkeit eine sirupartige Konsistenz hat.

Zu dem Kuchen servieren oder diesen auf einem Sirupspiegel anrichten, dann zieht der Sirup etwas in den Kuchen ein.

3 Comments:

At 14 April, 2007 23:20, Anonymous lamiacucina said...

sieht schön aus, prächtig marmoriert, gut aufgegangen und schmeckt wohl sehr gut.

 
At 14 April, 2007 23:54, Blogger Brigitte said...

..schmeckte...

Der Kuchen ist schön saftig und schokoladig. Mehr Zucker als ich verwendet habe, darf es meiner Meinung nach aber nicht sein. Ohne Schokoguß ist der Kuchen außen ein wenig "knusprig" (- das weiß ich vom weggeschnittenen Boden -) und auch sehr lecker. Mit Guß ist er weich.
Die Orangensauce dazu ist unserer Meinung nach das non plus ultra dazu [gewesen ;-)).

 
At 17 April, 2007 01:18, Blogger astrid said...

mmmmmh marmorkuchen hab ich schon als kind geliebt.
deiner sieht auch sehr sehr lecker aus!

danke fürs mitmachen :o)

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home