Freitag, Juni 01, 2007

Garten-Koch-Event: Rhabarber

Gottseidank, etwas , das ich hier auch machen kann, nachdem ich letztes Mal beim Kresseevent nicht teilnehmen konnte. Rein theoretisch hätte ich schon gekonnte, habe ich dafür ja sogar ganz praktisch Kressesamen gesät. Nur sind mir diese nicht aufgegangen sondern verschimmelt. Ob es an der Dauerhitze und-feuchtigkeit lag? Manchmal ist das so stark, dass mir auch andere küchentechnische Sachen nicht gelingen, wie z.B. etwas mit Eischnee. Oder ob es an altem oder feucht gewordenem Saatgut lag oder what ever. Ich weiß es nicht. Jedenfalls gab es rein praktisch ausgerechnet in der relevanten Zeit auch nirgends "fertige" Kresse zu kaufen und auch keine frischen Samen. Eine meiner Kresseideen habe ich aber dennoch verwirklicht, zu sehen hier. Diesesmal werde ich nun endlich dabei sein, nachdem ich auch noch befürchten musste, dass die Garten-Koch-Events nicht mehr weitergeführt werden. Glücklicherweise habe ich vor einigen Tagen aber ein neues event-Logo entdeckt, mit dem Thema Rhabarber - *freu. Rhabarber wächst hier zwar nirgends. Hier wächst sowieso fast nichts außer Palmen, Bananenstauden, Mangobäume, Bougainvilleas, Heliconien und Unkraut aller Arten. Auf meiner Fensterbank in "meiner" winzigen Küche schaffe ich es allerdings immerhin zeitweise verschiedene Basilikums, Liebstöckel, Schnittlauch, glatte Petersilie, Dill, Zitronenthymian, Salbei, Oregano und Rosmarin "anzubauen" und eben auch Kresse. Unsere Gärten in Deutschland mit Kirschen, Brombeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Kartoffeln, jeder Menge Kräutern, Rhabarber, Tomaten, Pflaumen, Zwetschgen, Quitten, Mirabellen, Erdbeeren, und, und, und, vermisse ich darum sehr. Hier gibt es ausserdem nur sehr wenig gutes reifes Obst und Gemüse zu kaufen, zu einem erheblichen Preis und in geringer Auswahl. Ausgenommen der hervorragenden Mangos aus Malaysia und Thailand. Gut sind eigentlich nur, die hier wirklich sehr teuren, eingeflogenen Waren aus Japan, Neuseeland, Frankreich, Australien und Deutschland. Dafür muss man diese oft vorbestellen oder sie überall (zusammen-)suchen und bezahlt dann eben einen stolzen Preis, wie z. B. für 50,00S$/25,00€ per Kilogram etwas weniger holzigen Spargel. Aber all das andere Zeugs, dass es im normalen Supermarkt so gibt schmeckt meistens nach, sorry, "Zucht"-Holländer. Ich glaube, wenn man die Augen schließen und so verschiedenes Obst und Gemüse probieren würde, würden die Sachen alle so ziemlich gleich nach nix schmecken.
So, nun aber zum Thema - Rhabarber. Den gibt es manchmal und das auch nur, wie so vieles andere, das ich gerne habe, in einem einzigen Supermarkt und da heißt es dann zugreifen. Habe ich auch getan und wie so ziemlich jeder derzeit, der in der nördlichen Hemisphäre einen foodblog schreibt habe auch ich neulich bereits über Rhabarber geposted. Vor etwas längerer Zeit habe ich ihn im Backteig frittiert, das war auch ziemlich lecker. Eigentlich langt es mir in zu schälen und in Zucker gedipt zu verspeisen. Kuchen gibt es jede Menge damit, am einfachsten vielleicht in einem Hefeteig versenkt. Leckerer auf Mürbeteig mit einer Konditorencreme oder einem Buttercreme aus Vanillepudding darunter, vielleicht noch mit Erdbeeren vermischt und mit Streuseln belegt. Ich könnte mir die säuerlichen Rhabarberstangen auch gut als Zutat für eine Entengericht vorstellen oder zu Wild. Und es gibt vor allem einige deftige, indische Rezepte mit Rhabarber. Bei meiner letzten "Rhabarberkochtat" kamen mirr, ich glaube, so herrliche Dessertideen, dass ich diese unbedingt noch umsetzten muss. Vermutlich lässt sich blanchierter oder gedünsteter Rhabarber auch in einen Salat integrieren. In einem Feld- oder Babyspinatsalat oder etwas herberem könnte ich mir einige Zeit in Marinade eingelegte Rhabarberwürfelchen herrlich vorstellen. Da unsere Jüngste heute aber grillen geht und ich dafür schon Fleisch für sie mariniert und eine Riesenschüssel Kartoffelsalat zubereitet habe. Dachte ich mir mache ich doch endlich einmal die Entenbrust, die ich eingefroren habe. Bezüglich des Rhabarbers kam ich dann auf die Idee hierzu ein Rhabarberchutney zu machen, denn das Hühnerbrustfilet in Mangochutney hat uns vor einiger Zeit vorzüglich vom Grill gemundet. Da wir zu viert "speisen" werden musste ich meinen Männi extra wegschicken noch eine frische Entenbrust zu besorgen.

Für den Garten-Koch-Event gibt es von mir heute:

Rhabarberchutney
zu Grillente süß-sauer und Süßkartoffelspießen












Zutaten für das Rhabarberchutney:

15 mlVerjuice (z. B. unfermentierter Cabernet-Sauvignon)
1 TeelSpeisestärke, wie z. B. Pfeilwurzmehl

250 gbrauner Rohrzucker
65 mlMadeira
45 mlVerjuice
1 EßlHimbeeressig, alternativ Rotweinessig oder Aceto Balsamico

350 gRhabarber, geschält und in kleine (Nachtrag: ~ 0,5 cm große) Würfel geschnitten
50 gfrischer, junger Ingwer, geschält und gerieben
2Zweige eingelegte, grüne Pfefferkörner ~ 1 Teelöffel, abgestreift und im Mörser zerdrückt
1Schalotte, gepellt und fein gewürfelt
1Peperoncinischote, in feinen Streifen
2Kardamomkapseln, deren zerdrückte Kerne
2Gewürznelken
½ TeelGelbwurz-/Turmeric-/Curcumapulver
1unbehandelte Zitrone, Schale davon in feinen Zesten

½ TeelSenfpulver
½ TeelSalz


Zubereitung:

Speisestärke mit Verjuice vermischen.
Zucker in einem kleinen Topf oder hoher Pfanne schmelzen bis er leicht karamellisiert. Mit Madeira und Essig ablöschen. Über kleiner Flamme rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die geriebenen und geschnittenen Zutaten zugeben. 5 Minuten köcheln lassen.
7 Esslöffel der Flüssigkeit abschöpfen und für die Entenmarinade zur Seite stellen.
Mit Salz und Senf würzen. Die aufgelöste Speisestärke einrühren.










Zutaten für die marinierte Entenbrüste:

2Entenbrüste à 400 g
2Blutorangen, entsaftet = 200 ml
7 EßlFlüssigkeit aus dem ungewürzten und ungebundenem Rhabarberchutney
4 EßlOlivenöl
1Sternanis
¼ TeelCeylon-Zimtpulver
¼ TeelSenfpulver









Zubereitung:

Die Entenbrüste gut abspülen und trockentupfen. Alle Federkiehle und -schafte mit einer Pinzette entfernen. Fett, Sehnen und Adern ausschneiden. Hautseite rautenförmig einschneiden und halbieren.
Sonstige Zutaten zu einer Marinade vermengen.
Die vier halben Entenbrüste in 2/3 der Marinade für mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, einlegen.
Die Hautseite kross anbraten. Entweder in einer gußeisernen Grillpfanne oder auf dem heißen Grill. Dann entweder in Alufolie verpackt unter dem Backofengrill oder in einem geschlossenen Kugelgrill ca. 10 Minuten grillen. Eventuell ab und an mit Marinade und weiterem Öl bestreichen. Letztendlich habe ich die Hautseite scharf angegrillt und die Brüste dann in Alufolie gelegt, wobei ich zu ihnen noch jeweils 2 Esslöffel der Marinade gegeben habe.
5 Minuten ruhen lassen. Auspacken und in Scheiben schneiden.
Das Rhabarberchutney dazu reichen.










Zutaten für die marinierte Süßkartoffelspieße:

4Süßkartoffeln/Pataten
1 TeelSalz
1/3der Marinade der Entenbrüste
1 Eßlgeschmolzene Butter


Zubereitung:

Die Pataten in der Micro (oder in einem Schnellkochtopf) ca. 8 Minuten vorgaren, schälen und in 1,5 cm Scheiben schneiden. Salzen, mit der Marinade und der flüssigen Butter übergießen. Eine halbe Stunde ziehen lassen. Auf gewässerte Holz- oder metallene Spieße stecken und von jeder Seite 3-5 Minuten grillen. Dabei eventuell nochmals mit etwas zusätzlicher Butter bestreichen.


Dazu einen Feld-/Acker-/Vögerlsalat (Radiccio und Eichblatt würde denke ich zwar besser passen, habe ich aber nicht da) mit Himbeeressig-Vinaigrette und alles ist perfetto ;-)


Na ja, nicht ganz. Erst gab es partout keinen Rhabarber mehr und nachdem ich vorgestern endlich wieder einen finden konnte, hat es mir vor lauter dringender Schimmelbeseitungsmaßnahmen doch nicht mehr gelangt meinen Beitrag rechtzeitig abzugeben. Schade! Nichtsdestotrotz habe ich aber bereits hier für 3 der "rechtzeitig" abgegebenen Eventbeiträge abgestimmt.


5 Comments:

At 01 Juni, 2007 20:51, Blogger astrid said...

Oh Brigitte das tut mir leid, dass es sich so knapp nicht ausgegangen ist. Gerne füge ich aber dein sehr leckeres Chutney ausser Konkurrenz ein ;o)
Vielleicht schaffst du es ja für die nächste Runde, das neue Thema wird am Sonntag bekannt gegeben ;o)

liebe Grüsse Astrid

 
At 02 Juni, 2007 03:03, Anonymous kulinaria katastrophalia said...

Das hört sich lecker an! Schade, dass Du es nicht mehr geschafft hast. Ist der Rhabarber nach 5 Minuten nicht noch zu knackig?

 
At 03 Juni, 2007 00:07, Blogger Brigitte said...

Nächstes Mal klappt es hoffentlich.

Ich hatte den Rhabarber in sehr kleine Würfelchen geschnitten. Und ich denke die Restwärme und die Säure taten ihr Übriges. Jedenfalls war das Ganze so genau richtig - Fanden wir.
Ach ja, hast du meine Antwort auf dein "Mayonnaisenproblem" gelesen?

 
At 07 Juni, 2007 02:18, Anonymous kulinaria katastrophalia said...

Ah, Danke fürs Nachschlagen!, irgendwie aus den Augen verloren, sorry! - müssen wir beim nächsten Mal also darauf achten, dass alle Zutaten warm sind. Tatsächlich kamen die Eier sonst immer gut gekühlt rein.
Was anderes: Wir haben das Problem, dass die Seite hier leider immer so langsam geladen wird, liegt das jetzt am Server oder an was anderem?

 
At 07 Juni, 2007 13:29, Blogger Brigitte said...

Keene Ahnung! Bei mir lädt es verschiedene Seiten auch sehr, sehr langsam. Unter anderem auch die meisten aus Singapur. Es könnte eventuell irgendwie damit zu tun haben, dass vor ein paar Wochen in Taiwan bei dem Seebeben etliche Unterwasserkabel zerbrochen sind und seitdem der Internetverkehr oft langsam und eingeschränkt ist und recht häufig abbricht. Ich weiß ja nicht, wie die Server "verschaltet" sind und auf welchem was abgelegt wird. Die bei mir angezeigten posts und meine Bilderpixelgrößen habe ich bereits reduziert.
Vielleicht hilft ja "Tee-trinken" ;-)

 

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